Stylish auf zwei Rädern:
Stylish auf zwei Rädern:
2021 wird ein Roller-Jahr

Stau und Parkplatznot ade: Die Roller sind los!

Sie gehören zum Frühlingserwachen wie zartgrüne Blätter und die erste Blütenpracht: Sobald die Sonne das Wintergrau vertreibt und die Temperaturen steigen, sind auch die Roller wieder unterwegs. Schon bisher waren sie als Alternative zum Auto beliebt, die Stau, Parkplatznot und Kosten ausbremst. Inzwischen kommt noch der Hygiene-Bonus gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln dazu. Egal, ob für erfahrene Scooteristen oder Neueinsteiger – 2021 wird ein Roller-Jahr!

Es war einmal in Italien … Wem sagt der Name Corradino d’Ascanio etwas? Vermutlich den wenigsten. Eher der seines Arbeit­gebers: Piaggio. Nach dem Krieg ist die damalige Rüstungsfirma auf der Suche nach einer neuen Geschäftsidee. Der dort angestellte Flugzeugingenieur d’Ascanio ist nicht besonders glücklich, als ihn der Auftrag zur Konstruktion eines Motorrollers ereilt – er ist davor noch nie auf ­einem Motorrad gesessen. Also baut er es so, wie er es praktisch findet: eine selbsttragende Karosserie mit einem Beinschild als Schutz vor Spritzwasser. Dazu ein kompakter Motor, der ohne ölsabbernden Kettenantrieb auskommt, sauber unter dem Blech verstaut. Schaltung, Kupplung und Bremse auf dem Lenker, wo die Hände beim Fahren hingehören. Ob zum Namen Vespa – Italienisch für Wespe – der pummelige Popsch oder das kernige ­Motorgeräusch inspiriert hat, weiß heute niemand mehr. So oder so nimmt die Erfolgs­idee rasch Fahrt auf – ein Stück weltbewegendes Kulturgut war damit geboren.

Immer jung geblieben

Seitdem sind 75 Jahre vergangen, die der Roller für einen Siegeszug ohnegleichen genutzt hat. Die Zeiten ratternder und qualmender Zweitakter sind lange vorüber, komfortable Automatik statt schisteliger Schaltung ist auch längst Standard. Frischen Schwung hat dem Thema die Freigabe der 125er-Klasse für den B-Führerschein gegeben – der Umstieg von vier auf zwei Räder fällt damit so leicht wie nie zuvor. Natürlich muss es nicht immer der italienische Klassiker sein – er hat inzwischen viel starke Konkurrenz aus aller Welt bekommen. Ein Blick auf die neuesten Modelle zahlt sich aus. Die ­Auswahl ist größer denn je und die frischen technischen Lösungen machen den Roller immer wieder aufs Neue interessant.

Allen gemeinsam ist die Grundidee, sozusagen das Reinheitsgebot von 1946: Sie sind einfach zu fahren und anspruchslos im Erhalt – dank ­geringer Servicekosten, niedriger Versicherung und Steuer. Dazu lockt noch der geringe Verbrauch. Darüber hinaus liefern sie mit Sonne, Wind und Freiheit sogar täglich ­abrufbare Zinsen ab.

Frisch gestromt

heißt Seats erster Beitrag zum Mobilsein auf zwei Rädern. Schon beim Design des Elektroscooters, der leistungsmäßig in der 125er-Liga spielt, schwingt der Einfluss der Stil-Metropole Barcelona mit: ­dynamisch und eigenständig, dazu rundum durchdacht und praktisch. Der 9,2-PS-Elektromotor sitzt platzsparend in der hinteren Radnabe – so verlustfrei kommt Leistung sonst nie auf der Straße an. Und das Ganze auch noch laut- und emissionslos. Nebenbei haben die Spanier auch eine Lösung für das leidige ­Ladeproblem gefunden – selbst bei einem Roller sind ja Abstellmöglichkeit und Steckdose nicht immer vereinbar. Der Akku des Mó ist mit zwei simplen Handgriffen seitlich auszuklinken und klappt dabei von selbst Transporträder aus. Am Ausziehgriff lässt er sich dann wie ein Reisetrolley mitnehmen und an jede beliebige Steckdose hängen. Ebenso leicht und ohne Kraftaufwand wandert er wieder zurück in den Roller und ist sofort betriebsbereit. Bis zu 137 Kilometer Reichweite und maximal 95 km/h sind drin, das übersichtliche Display liefert alle wich­tigen Infos über den Ladestand und die Distanzen.

Wer es gerne digital hat, kommt auch auf seine Kosten: Mit der Mó-App wird aus vergesslich verlässlich. Sie zeigt den Weg zum geparkten Scooter an oder gibt Fernauskunft über die Akkuladung – und hilft auch bei einem Unfall, den sie anhand der vom Roller übermittelten Daten erkennt. Antwortet der Fahrer nicht in angemessenem Zeitraum, wird automatisch der Notruf aktiviert. Viele pfiffige Ideen made in Barcelona, die das Rollerfahren ­praktischer, umweltgerechter und ­sicherer machen – und dank E-Zweirad-Förderung mit 5.990 Euro auch durchaus leistbar.

Hightech made in Japan

Honda lebt seine Roller-Liebe mit einer Verbeugung vor dem Ursprungsland: Die Japaner designen und fertigen in Atessa nahe Chieti in den Abruzzen. Von dort kommt ­einer der Klassiker der Palette, die SH-Baureihe. Dank der großen ­Räder und dem freien Durchstieg sehr komfortabel und laufruhig, dazu ­alles andere als untermotorisiert: 125 bis neuerdings 350 Kubikzentimeter werden geboten, zum ­Serienumfang gehören etwa schlüsselloses Starten, ABS und Start-/Stopp-System. Angenehm ist auch der Preis: ab 3.790 Euro geht es bei der SH los, für die Top-Variante mit 350 ccm und beachtlichen 29 PS sind zwei Tausender mehr fällig.

Der Honda Forza hingegen steht für modernes Design und viele Hightech-Details. LED-Leuchten, schlüsselloser Betrieb, USB-Ladebuchse, ABS und Traktionskontrolle sind serienmäßig an Bord, sogar ein elektrisch höhenverstellbares Windschild wird geboten. Auch hier beginnt die Palette bei 125 Kubikzentimetern und ab 5.690 Euro, inklusive in der Roller-Farbe mitlackiertem Topcase. Mit einer 750-Kubik-Version krönt Honda heuer diese Baureihe. Abgesehen von den mächtigen 59 PS und drei Fahrmodi ist das Highlight hier die nahtlos schaltende Doppelkupplungsautomatik, wie man sie vom Auto kennt. 

Für den günstig-praktischen Frischluftgenuss bietet Honda auch einen echten Einsteiger-Scooter: Der äußerst kompakt ausgeführte, daher sehr handliche und wendige PCX 125 ist mit 3.190 Euro besonders fair eingepreist. Trotzdem verfügt er aber bereits über die neueste Motorengeneration mit ABS und Traktionskontrolle. Dazu kommen ein schlüsselloser Betrieb und eine USB-Ladebuchse.

Roller: Das Wahljahr 2021 

Egal, wo die Vorlieben liegen: Wer sich heuer für die immer moderne und lässig-luftige Roller-Klasse entscheidet, kann großzügig gustieren und seinen Favoriten aussuchen. Freiheit hat in den letzten Monaten für uns alle eine neue Bedeutung ­gewonnen – und wie es im heurigen Sommer damit aussehen wird, weiß noch niemand. Gewiss ist aber, dass sie sich auf eine Art besonders angenehm erleben lässt: auf zwei Rädern!