Voller Einsatz
Voller Einsatz
für das Sportland Burgenland

Landesrat Heinrich Dorner: Bekenntnis zum Sport

Herausfordernde Zeiten, auch für den burgenländischen Profi- und Amateursport. Landesrat Heinrich Dorner im Gespräch über die Fußballakademie in Mattersburg, die Auswirkungen der Corona-Verordnungen und seine Ziele für das Sportland Burgenland.

schau: Nachdem der SV Mattersburg aufgrund des Kriminalfalls rund um die Commerzialbank Burgenland in die Insolvenz schlitterte: Wie sieht der aktuelle Stand bei der Fußballakademie Burgenland aus?

Heinrich Dorner: Ich habe immer gesagt, dass ich für eine Fortführung der Fußballakademie bin. Wir sind aktuell noch in Gesprächen mit dem Masseverwalter über eine Übernahme der Akademie-Anteile durch das Land. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir bald eine gute Lösung präsentieren können.

Haben sich durch den Wegfall eines Bundesligavereins die Ziele in der Ausbildung des burgenländischen Nachwuchses verändert?

Heinrich Dorner: Nein. Das Bestreben muss es sein, so viele junge Talente wie möglich dort gut auszubilden. Wie die tollen Ergebnisse etwa der U15 in der ÖFB-Jugendliga zeigen, wird hier exzellente Arbeit geleistet. In dem Zusammenhang gilt mein Dank auch Manuel Takacs, der uns ja mit Ende des Jahres verlässt und zum LASK wechselt. Auch das ist ein Beweis, dass in der FUBAK sehr gute Leute am Werk sind, die dann auch Angebote von Bundesligavereinen bekommen. Wir verfügen hier über ein tolles Trainerteam und sind top aufgestellt.

Was sagen Sie als langjähriger Fußballfunktionär zu den Spielverboten im Erwachsenen- und Jugendbereich?

Heinrich Dorner: Wir haben als erstes Bundesland gemeinsam mit dem Fußballverband und den Vereinen eine Unterbrechung des Spielbetriebs beschlossen. Diese Entscheidung war schon zum damaligen Zeitpunkt alternativlos. Und der weitere starke Anstieg der Corona-Infektionszahlen in den letzten Wochen hat uns in unserer Position bestätigt. Unrühmlich war in dieser Phase das Vorgehen der Bundesregierung, die sich nicht mit allen Ländern ab­gestimmt und die Vereine massiv verunsichert hat. Wir haben dann schlussendlich die Reißleine gezogen und für Klarheit gesorgt. Wenn sich die Corona-Situation wieder deutlich entspannt, sollte bei etwaigen Lockerungen im Sport der Nachwuchsbereich Vorrang haben. Denn gerade für unsere Kinder und Jugendlichen ist es ganz wichtig, Sport auszuüben und sich bewegen zu können.

Wie sieht es derzeit eigentlich bei den anderen Sportarten im Burgenland aus?

Heinrich Dorner: Da ist die Situation weiterhin so: Aufgrund der Verordnung des Bundes dürfen Veranstaltungen im Amateursport nicht stattfinden, im Profisport schon.

Wie zufrieden sind sie mit den coronabezogenen Fördermöglichkeiten für den Sport seitens der Bundesregierung?

Heinrich Dorner: Wir erhalten aus den Vereinen und Verbänden unterschiedliche Rückmeldungen. Einerseits braucht der Bund sehr lange, um den Vereinen unter die Arme zu greifen, andererseits haben manche Vereine auch positives Feedback gegeben. Zu kritisieren sind die Intransparenz und die fehlende Kommunikation mit den Vereinen. Das ist generell ein Problem, das wir mit dem Bund haben.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie auftun, schlagen natürlich auch im Sport durch. Verschiedene Sponsoren springen ab, aber auch die sportlichen Wettkämpfe und Herausforderungen fehlen. Und eines darf man nicht vergessen: Die Vereine erfüllen ja auch gesellschaftspolitische Aufgaben, die mit finanziellen Förderungen alleine nicht abdeckbar sind. Mein Eindruck ist auch, dass sich Vizekanzler Kogler zu wenig um die Sportagenden kümmert. Hier muss mehr Engagement, Einsatz und Enthusiasmus für unserer Sportlerinnen, Sportler und die Vereine kommen.

Welche Ziele haben Sie für das Sportland Burgenland in den kommenden Jahren?

Heinrich Dorner: Die Menschen bewegen – das steht für mich im Vordergrund. Das heißt: So viele Burgenländerinnen und Burgenländer wie möglich zum Sport animieren, und das schon von Kindesbeinen an. Bewegung ist gut für die Gesundheit jeder und jedes ­Einzelnen, sie ist aber auch wichtig für die Gesundheitsprävention und somit auch für unser Gesundheitssystem. Breitensport hat also auch eine positive Breitenwirkung auf viele ­Bereiche und wird deshalb von uns forciert.

Das Augenmerk wird aber klarerweise auch auf den Spitzensport beziehungsweise auf die Unterstützung von Spitzensportlerinnen und -sportlern gelegt. Hier schließt sich der Kreis: Erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler sind Aushängeschilder eines Landes, sie sind Vorbilder für die Jugend – und oft werden Kinder und Jugendliche dadurch dazu bewegt, sich sportlich zu betätigen.

Über den Breitensport und entsprechende infrastrukturelle Rahmenbedingungen wollen wir mehr burgenländische Athletinnen und Athleten in den Spitzensport bringen. Als Grundlage dafür wird eine entsprechende Strategie für die Sportstätteninfrastruktur erarbeitet. Dabei wollen wir auch regionale Aspekte beachten und mit Landessport­­zentren im Norden und Süden des Landes optimale Voraussetzungen schaffen. Zudem wir mit den Standort-Gemeinden der Hallenbäder eine Lösung erarbeitet, den Betrieb der Hallenbäder wirtschaftlich vertretbar zu gestalten. 

Vielen Dank für das Gespräch!