Mit Mama Elisabeth
Mit Mama Elisabeth
in der Küche kann nichts mehr schief gehen

Jausmannskost: Otto Jaus kocht ganz nach Mamas Rezept

Von der Bühne an den Herd: Kabarettist, Sänger und Schauspieler Otto Jaus ist bei seiner Mutter in die Kochlehre gegangen und hat mit ihr die besten Gerichte der Familie zubereitet. Das Ergebnis heißt „Jausmannskost“ und ist weit mehr als eine geschmackvolle Rezeptsammlung.

Während Shows und Auftritte coronabedingt abgesagt ­waren, hat Otto Jaus ein ganz besonderes Projekt am Köcheln gehalten: Unter der fachkundigen Anleitung von Mama Elisabeth bereitete der gnadenlose Spaßmacher Reisfleisch, Backhendl, Pala­t­schinken und rund 50 weitere traditionelle Schmankerl der Familie zu, um sie in „Jausmannskost“ zu verewigen. Auch Michael Niavarani und Musikkabarett-Kollege Paul Pizzera wurden für das Buch zum Küchendienst verdonnert. Die Witze flogen tief, die Panierbrösel weit – da versteht sich von selbst, dass es nicht bei einem trockenen Kochbuch geblieben ist. Dafür sorgen auch Einblicke ins Haus Jaus inklusive alter Fami­lienfotos und persönlicher Geschichten. Im Interview mit schau erzählt der 39-Jährige von seinen Küchenerfahrungen und seinen Plänen für die nächsten Monate. 

schau: Ein Kochbuch haben sich wohl die wenigsten von Ihnen erwartet. Wie kam es zu diesem Projekt?

Otto Jaus: Angefangen hat alles mit der Idee, von meiner Mutter das Kochen zu erlernen, bevor ich die Zeit übersehe und es vielleicht zu spät ist. Obwohl ich der festen Überzeugung bin, bei meiner Mutter wird es – getreu dem Motto „Unkraut verdirbt nicht“ – nie ein Zuspät geben. Aber vielleicht ist das auch nur der naive Verdrängungsmechanismus, den man bei geliebten Menschen automatisch an den Tag legt. Lange Rede kurzer Sinn, es war sehr schnell klar, dass sich daraus ein Buch entwickeln wird. Ich hoffe, damit kann ich meiner Mutter auch etwas zurückgeben, um ihr den Lebensabend zu versüßen. Meine Eltern haben drei Kinder großgezogen und da mein Vater der Arbeit wegen viel unterwegs war, hat die Mamsch auf einiges verzichten müssen.

Beim gemeinsamen Kochen scheinen Sie viel Spaß gehabt zu haben. Gab es auch anstrengende Momente?

Sie können sich nicht vorstellen, wie viel Spaß und Freude es mir bereitet hat, dieses Buch zu verfassen. Sie glauben, ich lüge? Sie haben vollkommen recht. Ja, natürlich hatte ich Freude, aber es hat uns auch sehr viel Geduld abverlangt. Glauben Sie mir, ich liebe meine Mutter über alles, aber es ist leichter, vor 90.000 Menschen am Donauinselfest zu spielen, als mit ihr in ein und derselben Küche zu stehen. Sollte ich noch ein Mal auf die Frage „Mama, wie viel Mehl gibst du da rein?“ die Mengenangabe „noch Gfüh“ aus ihrem Mund vernehmen, könnte es durchaus sein, dass ich voller Freude mit der Nase voran gegen die Wand laufe. Aber im Großen und Ganzen hatten wir Spaß ohne Ende und ich möchte keine Sekunde missen.

Wie schwierig war es, Paul Pizzera und Michael Niavarani zum Mitkochen zu überreden?

Nia wurde mit einem Gansl überredet und der Pauli mit einem Backhendl plus Gurkensalat. Ehrlich, danke nochmals an die zwei für die schönen Kochtage. Es war eine pure Freude.

Was macht niederösterreichische Hausmannskost aus?

Die traditionellen Gerichte sind meiner Meinung nach nicht einfach Zutaten und Mengenangaben. Sie sind vielmehr geliebte ­Erinnerungen und behütete Andenken. Sie sind Familie, sie sind die Freude, mit meinen Liebsten zusammen zu sein, Gastfreundschaft, Kindheitserinnerungen, Gelächter, manchmal auch Tränen, Streit, Versöhnung, Ausgelassenheit, denn das alles kann in ­einer gemeinsamen Mahlzeit stecken. Meistens dann, wenn sie von da Mama oder Oma gekocht wird.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen und was wollten Sie partout nicht auf dem Teller haben? 

Mein Lieblingsgericht war Brathendl mit Fülle. Wenn ich das von da Mamsch esse, fühle ich mich gleich wieder wie ein Kind. Linsen mit Knödel waren nicht meines, aber selbst da hat meine Mutter einen Weg gefunden. Jetzt ist es eine meiner Lieblingsspeisen.

Wer kocht bei Ihnen zu Hause?

Meine Frau kocht sehr gut. Ich bin aber jetzt auf den Geschmack gekommen. Also gerade gehört die Küche mir. Mein Revier (lacht)!

Kunst und Kultur sind inzwischen wieder aufgeblüht. Was haben Sie für die kommenden Monate geplant?

Paul und ich drehen einen Film. „Pulled Pork“ wird er heißen. Natürlich darf man auch nicht das neue Album „Comedian Rhapsody“ vergessen, welches im November das Licht der Welt erblicken wird. Also es gibt genug zu tun. Pure Freude!

Danke für das Gespräch!

Das Buch Jausmannskost

Niederösterreichische Hausmannskost rund um die wohlschmeckende Dreifaltigkeit Fleisch, Erdäpfelteig und Mehlspeis. Mit 64 Rezepten, 190 Bildern und zwei Videos, die per QR-Code abgerufen werden können.