Landestheater NÖ
Landestheater NÖ
zeigt „Erleichterung“

Im Gedenken an Anna Lengyel

Anna Lengyel, Dramaturgin, Regisseurin, Produzentin und Übersetzerin, hat den Kampf gegen ihre schwere Erkrankung im Alter von 51 Jahren leider verloren. Deswegen ändern das Landestheater NÖ seinen digitalen Spielplan für die nächsten zwei Wochenenden, also Fr 23.4. und Fr 30.4.21.

Die berufliche Wege von Anna Lengyel kreuzten sich u.a. mit Pina Bausch, Robert Wilson, Declan Donnellan, Tamás Ascher, Róbert Alföldi und Árpád Schilling. Bei Schillings Kretakör Theater war sie von 2004 bis 2008 Dramaturgin, bevor sie 2009 in Budapest mit PanoDrama ihr eigenes freies Theater gründete. Hier entwickelte sie interviewbasierte Dokumentarstücke, die zentrale gesellschaftliche Themen aufgriffen, die zunehmend symptomatisch für den Rechtsruck Ungarns wurden, wie Homophobie, Nationalismus und die schwindenden Spielräume der Zivilgesellschaft. Sie publizierte in Fachzeitschriften, hielt regelmäßig internationale Vorträge und unterrichtete u.a. in Ungarn und Litauen. Für ihre Arbeiten wurde sie mit mehreren ungarischen Preisen ausgezeichnet. Im vergangenen September besetzte sie mit Studenten die Universität für Theater und Filmkunst in Budapest um gegen die Gefährdung der politischen Autonomie der Universität durch die Regierung Orbán zu protestieren.

Über die Zusammenarbeit mit den Regisseuren Róbert Alföldi und Árpád Schilling war sie dem Landestheater durch mehrere Arbeiten verbunden. Árpád Schillings umjubelte Inszenierung von “Erleichterung”, Premiere im Dezember 2017, begleitete sie als Übersetzerin und Dramaturgin.

Im Gedenken an Anna Lengyel zeigen das Landestheater daher von Fr 23. 4., 19.30 Uhr bis So 25. 4., 19.30 frei für 48 Stunden ERLEICHTERUNG von Árpád Schilling Co-Autorin Éva Zabezsinszkij – Deutsch von Anna Lengyel als Stream über die Website www.landestheater.net

Den Stream „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ sowie das geplante Publikumsgespräch am Sa 24.4. werden zu einem gegebenen Zeitpunkt nachgeholt.

Pressestimmen zur Uraufführung von „Erleichterung“ im Dezember 2017:

  • “Herausgekommen ist ein bitterböses, treffsicheres und kluges Fünfpersonenstück, das gekonnt mit Klischees spielt.” Salzburger Nachrichten
  • “Ein Stück des Jahres. Dieses intelligent konstruierte, schlanke Dialogstück ist so etwas wie das Stück zur Stunde, da “christliche Werte” wieder gern im Mund geführt werden, bizarrerweise als Instrument zur Abgrenzung. Der Standard
  • “Die Masken fallen – kein Schwarz oder Weiß, nur noch eine unheimliche Grauzone. Der Abend wird immer grotesker – und besser. Großer Applaus für ein tolles Ensemble und die konsequente Regie.” Die Presse