Noch bis 4. Juli
Noch bis 4. Juli
im OÖ Teil des historischen Salzkammerguts

Festival der Regionen 2021

Die 15. Ausgabe des Festival der Regionen findet von 25. Juni bis 4. Juli in Bad Ischl, Bad Goisern, Hallstatt und Obertraun statt – es konzentriert sich ganz auf den OÖ Teil des historischen Salzkammerguts. Erstmalig haben dabei ausgewählte Künstler*innen, die sogenannten „KulturNaut*innen“, ihre Projekte direkt in der Region mit der Bevölkerung entwickelt.

Die KulturNaut*innen kommen sowohl aus der Region bzw. Österreich und aus anderen Ländern. Klassik/Volksmusik, Konzerte, Bildende Kunst, Tanz, Theater und Installationen – das Festival der Regionen setzt Projekte zu packenden Themen um und ermöglicht sinnliche Erfahrungen.

Trotz der schwierigen Zeiten, die das diesjährige Festival-Motto „Unter Tag / Underground“ nicht besser treffen könnte, war der Prozess der Projektfindung ein wunderbar sprudelnder. Ob unter strengen Auflagen vor Ort im Salzkammergut, zu Hause oder virtuell – die KulturNaut*Innen haben mit ihrer Leidenschaft für Kunst & Kultur das Herz der Einheimischen, Zweiheimischen und Zuagroasten getroffen. Nur durch die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in Bad Ischl, Bad Goisern, Lauffen, Hallstatt und Obertraun werden Geschichten beim Festival präsentiert und an die Oberfläche gebracht. Es wurden viele Kooperationen geknüpft, die die Region nachhaltig prägen.

Die Spielorte befinden sich großteils draußen – Parkanlagen, Gärten, Freiflächen oder Almen.

Programm des Festival der Regionen

Zum komplettem Programm.

Efva Lilja: With Love
Performance, Bei der katholischen Pfarre Bad Ischl
2.7.,  11:00-12:00 Uhr
Tanz als Widerstands-Bewegung, Gedicht des Lebens und Stimme der Liebe. Eine Performance der schwedischen Choreographin und Performance-Künstlerin Efva Lilja, die sich vorgenommen hat, so lange zu tanzen, bis alles Hässliche nicht mehr existiert… Überraschend auftauchende kurze Monologe in Tanzform, alleine oder in Interaktion mit dem Publikum an verschiedenen Plätzen in der Region.

David Maayan (IL/AT): Der Teufel steckt im Detail – unter dem unsichtbaren Tisch
Hand.Werk.Haus, Bad Goisern – 2.7., 19:00-20:30 Uhr
3.7., 16:30-18:00 Uhr; 4.7., 14:00-15:30 Uhr
Im Hof des Hand.Werk.Hauses in Bad Goisern ist ein steter Fluss von Stimmen zu hören – eine Flut von Geschichten und Emotionen, verwoben mit der Realität und dem Leben der zeitgenössischen Bewohner*innen der Region. Musiker*innen und Performer*innen interagieren mit den Stimmen und mit Geschichten, nehmen Bezüge auf und verwandeln den Strom der Stimmen in eine lebendige Komposition. Im Salzkammergut, da kamma gut lustig sein…
Mitwirkende: Menashe Yosef, Ulrich Probst, Brigitte Lackner, Conny Scheuer und Agnieszka Wellenger u.v.a.
Musik: Theresa Aigner und Toni Burger, Franziska Fleischanderl und andere.

Kinga Dula, Cromulents & Kaiserschmoarn (AT): Hallstatt_Underground_Punk Picknick
HTBLA Hallstatt – 2.7., 20:00-21:30 Uhr
Underground is everywhere – Dieser Abend beim Festival der Regionen ist dem musikalischen Underground gewidmet, dem Rohen, dem Ungeschliffenen, dem Rotzigen, dem PUNK!
Kinga Dula: Melancholischer Rock und Punk – dargeboten von einer starken und ausdruckvollen weiblichen Stimme.
Das Trio Cromulents setzt sich aus altbekannten Musikern der Region zusammen- Kurz gesagt: PUNK!
Saufballaden von Kaiserschmoarn, die mit ihrem unverkennbaren, mitreißenden Stil aufhorchen lassen: Dialekt Punk´n´Roll.

HTBLA Hallstatt: Wo gejodelt wird, fallen Töne
Konzert, Gasthaus Siriuskogl, Bad Ischl – 3.7., 11:00-12:30 Uhr
Hat eine Viola D‘Amore mit Liebe zu tun? Was machen Ukulelen im Salzkammergut? Wie bekommt man einen Kontrabass auf den Siruskogl? Diese und andere Fragen werden beim Konzert der Fachschule für Instrumentenbau aus Hallstatt beantwortet. Die Schüler*innen werden auf ihren selbstgebauten und teilweise selbstentworfenen Instrumenten spielen und zeigen, dass sie nicht nur den Hobel, sondern auch das Musizieren beherrschen und Freude daran haben.
Mit: Ensemble der HTBLA Hallstatt, The International Faeris, the Incredible Lehrerbänd, die Fallnhausers, Saitenwind, The Ground Sound, Ze Band rereloaded, The Gipsy Burgers
Mitwirkende: Christin Burger, Anna Jaklin, Magret Jablonski, Marina Knauss, Angelika Fleig, Tina Jandl, Caro Goedl, Santiago De La Mora, Alexander Nussbaumer, Helge Murgg, Christian Jablonski, Myriam Kammerlander, Patrick Paganin, Riegler Cathy, Stanislava Rackova, Julia Stögmüller, Gabriel Schwarzmann, Eva Slonek, Johanna Wehse, Benji Winter, Simone Zopf und viele mehr.

Manfred Madlberger (AT): Vom Auböckplatz zum Chlodwigplatz
Konzert, Gasthaus Siriuskogl – 3.7., 14:00-15:30 Uhr
Von Menschen, Straßen, Gassen und Grätzln: Geschichte(n) entlang der Traun und des Rheins.
Anlässlich des 70. Geburtstages des kölschen Songpoeten Wolfgang Niedecken überträgt der lokale Austronom Manfred Madlberger eine Reihe von BAP-Songs ins Salzkammergut. Er platziert sie an Orten, die uns vertraut sind. Kombiniert mit eigenen Songs über Geschichten, die sich im Inneren Salzkammergut abspiel(t)en entsteht eine liebgewordene Reise für eine besondere Region.

Klaus Maria Brandauer (AT): Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände
Eine literarisch musikalische Reise, Gosaumühle
3.7., 20:30-22:00 Uhr
Gedichte, Briefe und Geschichten, Operette- und Schlagertexte von Fritz Löhner-Beda, dem Librettisten von Erfolgsoperetten Paul Abrahams und Franz Lehárs, bilden gemeinsam mit Texten von Zeitgenossen die Trittsteine des literarischen Wegs, der Klaus Maria Brandauer beim Festival der Regionen in die Zeitwelt der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts führt. Erinnertes und Verdrängtes, Familiengeschichte und Zeitgeschichte, Nostalgie und Ironie, Unterhaltung und Untergang, Realität und Literatur markieren die Reiseroute, die unvermeidbar auch Bad Ischl berührt, Operettenheimat und Unheimat zugleich.
Zusammenstellung: Martina Winkel

Florian Nitsch (AT): Virtually Impossible
Audiovisuelle Performance, PKS-Villa Bad Ischl
3.7., 22:30-23:30 Uhr
Die Geschichte und Gegenwart der Ischler PKS-Villa zum Leben erwecken. Das hat sich Florian Nitsch vorgenommen. Unterstützt wird der Bildende Künstler bei seiner Performance von Schlagzeuger Bernhard Breuer (Elektro Guzzi). Akustisch-digitale Effekte verschmelzen mit visuellen Live-Zeichnungen und Animationen, die Szenerie verändert sich. Die PKS-Villa wird pulsieren – sie wird zum bewegten Kunstwerk, bei dem das Thema Wasser eine spezielle Rolle spielt!

Magdalena Stammler (AT): Frauen.Land.Leben
Wanderlesung, Sisipark Bad Ischl – 4.7., 11:00-12:30 Uhr
Mit Lydia Haider, Gertraud Klemm, Barbara Rieger und Margit Schreiner und Magdalena Stammler
Was macht das Landleben mit Frauen? Diese Frage haben sich fünf österreichische Autorinnen gestellt. Ihre dazu verfassten literarischen und performativen Texte präsentieren sie an verschiedenen Orten im Sisipark Bad Ischl. Der Sisipark ist zwar nach der Kaiserin benannt, auf sämtlichen Denkmälern und Tafeln werden allerdings ausschließlich Männer gewürdigt – Frauen sind hier unsichtbar. Dieser Unsichtbarkeit kontert die Wanderlesung mit kontroversen Antworten auf die Frage, wie ein Frauenlandleben aussehen kann.

Bashir Qonqar (PS/AT): Der Reisende
Animationsfilm, unterschiedliche Orte, Inneres Salzkammergut
Film und Konzert: 4.7., 19:30 Uhr
Konzept & Regie: Bashir Qonqar
Figur: Roger Titley
Animation: Marcel Keller
Co-Regie & Kamera: Maximilian Rosenberger
Ein Mix aus Comic, Zeichnungen und Realität: die surrealistische Biografie eines Flüchtenden, der seine Heimat kriegsbedingt verlassen muss und nach einer langen Reise seinen neuen Platz in den Bergen findet. Ein bewegender Kurzfilm von Bashir Qonqar.
Die unfreiwillige Reise wird von drei Jugendlichen (Ahmed Bne Akeel, Emre Inan & David Kain) dokumentiert und in spannende Stories und Reportagen verwandelt.

Luisa Ungar (CO): Tropischer Morgen
Performance / Ausstellung, Festival Region
Das Projekt beschäftigt sich mit drei bedeutenden jüdischen Frauen, deren Wege sich im Salzkammergut gekreuzt haben: Gertrud Bodenwieser, Lilly Bleier Ungar und Eugenie Schwarzwald. 1938 gelang Gertrud Bodenwieser, einer Pionierin des modernen Tanzes durch eine Einladung zu einer Aufführung in Bogotá, Kolumbien die Flucht. Etwa zur gleichen Zeit flüchtete auch die Buch- und Kunsthändlerin Lilly Bleier Ungar nach Kolumbien, wo sie 99-jährig eine Buchhandlung führt.
Die Reformpädagogin Eugenie Schwarzwald, die 1938 in die Schweiz emigrieren musste, gründete 1920 im Salzkammergut die Aktion „Wiener Kinder aufs Land“, an der Lilly Bleier als Jugendliche teilgenommen hat.
In Bogotá lebend verfolgt Luisa Ungar, Lillys Enkelin, die Spuren dieser drei Frauen und sammelt Zeugnisse, Aufzeichnungen und Erzählungen.
Bei einer Tour im öffentlichen Raum wird das Publikum Zeuge der genannten Geschichten und ihrer Verknüpfungen zur Region.
Zusätzlich werden in einer Ausstellung die gefundenen Fragmente der unfreiwilligen Reisen gezeigt. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Zustand des Dazwischen-Seins: Wie erinnern wir uns an unseren Herkunftsort? Wo werden unsere Erinnerungen begraben? Was tragen wir mit uns und woran halten wir fest?