Acht Premieren
Acht Premieren
bis Ende Juni

Burgtheater Wiedereröffnung

Das Burgtheater (dessen Haupthaus aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen bleibt) startet am 19. Mai seinen Spielbetrieb mit der Premiere von August Strindbergs „Fräulein Julie“ im Akademietheater. In weiterer Folge stehen auch Premieren auch in den Spielstätten im Kasino und Vestibül an. Insgesamt wartet man mit acht Premieren auf.

Wir befinden uns heute wieder in einer Übergangszeit mit schwindenden Sicherheiten. Nicht zuletzt erzählen uns die Stücke des späten 19. Jahrhunderts deswegen noch so viel, weil sie Nachrichten aus Zeiten des Umbruchs sind, weil wir auf eine Art genauso verloren sind wie Jean und Julie. Und dass, wenn zwei Instanzen träumen und eine dritte plant, wir uns sicher sein können, wer die Macht ergreifen wird.

Mateja Koleznik inszeniert mit Maresi Riegner (Julie), Itay Tiran (Jean) und Sarah Viktoria Frick (Kristin).

Am 22. Mai gibt es gleich zwei Premieren: im Vestibül vom Burgtheater „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ von Sibylle Berg und im Kasino „Der Fiskus“ von Felicia Zeller.
In ihrem ersten Kinderstück erzählt Nestroy-Preisträgerin Sibylle Berg von einer interplanetaren Freundschaft und Verschiebungen der Perspektive, die das Unerträgliche erträglich werden lassen. – Felicia Zeller macht den langweiligsten Ort der Welt (das Finanzamt) zur Bühne menschlichen Versagens und wirft mit pointierten Dialogen, Wortwitz und Swing den Blick auf das, was die Welt im Innersten zusammenhält: die Zahlen.

Am 23. Mai folgt Oscar Wildes „Bunbury“ im Akademietheater, ebendort am 26. Mai Thomas Bernhards „Die Jagdgesellschaft“. Ab 29. Mai ist im Vestibül Martin Baltscheits „Nur ein Tag“ zu sehen.
Uraufgeführt 1895 in London, entwickelte sich Wildes gleichzeitig absurd komische und bitterböse Abrechnung mit Heuchelei, Oberflächlichkeit und einer gewissen Verflachung des Charakters zu einem Klassiker. – Bei Bernhard ist der Wald von Borkenkäfern zerfressen und muss abgeholzt werden, im Körperinneren des Generals wütet eine unheilbare Krankheit, und sein Augenlicht ist vom Grauen Star angegriffen, die Erblindung nur eine Frage der Zeit. – Und bei Baltscheit verläuft das Leben von Fuchs und Wildschwein friedvoll und gemütlich: Essen suchen, Essen essen, Essen verdauen und dann ein Nickerchen. Bis zu jenem einen, besonderen Tag – dem Tag, an dem die Eintagsfliegen am nahen See schlüpfen.

Der Juni-Spielplan des Burgtheater ist noch nicht veröffentlicht. Da folgen dann die restlichen zwei Premieren dieser Spielzeit. Zu findet auf der Burgtheater-Website.