Realistische Kunst
Realistische Kunst
im Belvedere

Belvedere: realistische Kunst

Das Belvedere zeigt ab 18. März in der Ausstellung „Lebensnah“ realistische Kunst von 1850 bis 1950.

Ist alles realistisch, was lebensnah scheint? Welche Kontinuitäten finden sich im Realismus über die Jahrzehnte hinweg? Die neue Sonderschau im Oberen Belvedere zeigt den Facettenreichtum einer Kunstauffassung, die sich im Zeitraum von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1950 auch als Spiegel ihrer sozialen Umwelt verstand. Bis heute begeistern Werke realistischer Strömungen durch ihre beeindruckenden Maltechniken und ihre Themenvielfalt.

Der Ausstellung Lebensnah ging ein Streifzug durch die Sammlung des Belvedere voraus. Die dabei entdeckten Werke, die von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den 1950er-Jahren stammen, haben sich einer wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe verschrieben und werden nun in einer erhellenden Gegenüberstellung präsentiert.

Lebensnah im Belvedere

Welche Merkmale und Inhalte finden sich über diesen Zeitraum hinweg in den verschiedenen realistischen Ausrichtungen? Hierfür werden Kunstwerke unterschiedlicher Entstehungsphasen miteinander konfrontiert. Die Schau zeigt bisher kaum gezeigte Gemälde, die sich durch eine lebensnahe Darstellung auszeichnen.

Diese Nähe zur realen Welt wird vielfach durch eine besondere Akribie in der Maltechnik erzielt. Der Blick auf das, was „real“ zu sein scheint, rückt auch den sozioanalytischen Inhalt mancher Werke in den Fokus: So spiegeln realistische Sujets auch soziale und gesellschaftliche Realitäten wider.

Von vertrauten Motivgattungen wie dem Porträt oder dem Stillleben spannt sich der Bogen zu komplexeren Themen wie der Instrumentalisierung realistischer Malerei in der Politik und sozialer Einflussnahme. Mit einigen der Bilder gibt es nach Jahren im Depot ein Wiedersehen, darunter Édouard Frédéric Wilhelm Richters Orientalin (um 1875), Emanuel Baschnys Lesender Mann (1905), Erich Miller-Hauenfels’ Hof zwischen Großstadthäusern (1934) und Gustav Klimts Bildnis der Mathilde Trau (um 1893) – seit 2019 Dauerleihgabe im Belvedere.

Infos

  • Lebensnah
  • 18. März bis 1. November 2022
  • Oberes Belvedere, 3., Prinz-Eugen-straße 27,
  • Tel. 01/795 57-0, Website